Die Chronik des Kameradschaftsbundes und die Entstehung der Theatergruppe
 


1. Die Chronik des Kameradschaftsbundes Ederheim e.V.

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) kämpften 97 Ederheimer Männer an den verschiedensten Orten in Europa. 18 von ihnen fielen im Kampf oder gelten als vermisst. Nachdem unsere Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges einschließlich der Kriegs- gefangenen in der Heimat waren, hatten sie das Bedürfnis, die im Feld in guter und schlimmer Lage, in höchster Not, ja oft im Angesicht des Todes bewährte treue Kameradschaft weiter zu pflegen und den Schatz der Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes und Erlittenes zu hüten.

Aus diesem Grund trafen sich am 29.08.1920 46 Krieger einschließlich 4 Teilnehmer am Feldzug 1870/71 in der Schröppel´schen Wirtschaft zur Gründungsversammlung. Bei dieser Versammlung wurde der Verein unter dem Namen "Krieger- und Waffenbrüderverein Ederheim" gegründet.

Von Anfang an herrschte reges Leben im Verein. Am 18. September 1920 wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die Fahne sollte Wahrzeichen der Treue zum Vaterland und des kameradschaftlichen Geistes sein. Am 31. Oktober 1920 wurde zum Zwecke der Finanzierung der Vereinsfahne eine Haussammlung durchgeführt, die den stolzen Betrag von DM 5.097 erbrachte.

Am 16.05.1921 war es dann soweit. Bei herrlichem Sonnenschein fand die Weihe der neuen Fahne statt. Zum Fest war der Patenverein aus Holheim, die Kriegervereine Schweindorf, Hürnheim und Forheim geladen.

Zum Verein gehört auch eine sehr aktive Theatergruppe. Erstmals urkundlich erwähnt wird ein Theaterspiel anlässlich der Weihnachtsfeier des Vereins am 26. Dezember 1925 im Saal der Schröppel´schen Wirtschaft. Anlässlich dieser Weihnachtsfeier ist eine nette Anekdote überliefert, an der man erkennt, dass es auch damals "Generationskonflikte" gab. Junge Mitglieder und Nichtmitglieder hatten die Weihnachtsfeier gegen Ende absichtlich durch "Johlen, Mundharmonikaspielen, Tanzen und Türzuschlagen" gestört.

Am 12. Mai 1935 wurde der Verein in "Krieger- und Waffenbrüderkameradschaft Ederheim" umbenannt. Nach anfangs sehr aktivem Vereinsleben wurde dies immer spärlicher und ruhte zwischen 1935 und 1959 ganz.

Während des Zweiten Weltkrieges (1939-45) kämpften 109 Ederheimer Männer in folgenden Gebieten der Welt: Afrika, Baltikum, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kreta, Mittelitalien (Monte Casino), Norwegen, Polen, Rumänien, Russland (Stalingrad), Sizilien, Slowakei. Viele wurden verwundet, 36 getötet oder gelten als vermisst. Für ihre Tapferkeit erhielten sie zum Teil hohe Auszeichnungen. Einige Ederheimer Soldaten gerieten in den verschiedensten Ländern in Gefangenschaft. Die letzten konnten erst 1949 zu ihren Familien zurückkehren.

Am 10.10.1959 trafen sich die Mitglieder im Gasthaus Lamm zu einer Eröffnungsversammlung. Hierbei erhielt der Verein den Namen: "Kameradschaftsbund ehem. Soldaten Ederheim".

Auch zwischen 1975 und 1979 ruhte das Vereinsleben.

Karl Steinmeyer (1. Vorstand von 1979 - 1994) ist es zu verdanken, dass die Vereinsarbeit wieder forciert wurde. Bedingt durch den knappen Kassenstand regte er wieder das Theaterspiel an. So wurde die Theatergruppe des Vereins gegründet, die aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist.

1979 wurde die Vereinsfahne restauriert. 1990/91 wurde in der neuen Mehrzweckhalle durch grosse Eigenleistung der jetzige Vereinsraum eingerichtet, den der Verein zusammen mit der FFW Ederheim nutzt.

Am 05.01.2002 wurde in der ordentlichen Generalversammlung beschlossen, den Vereinsnamen auf "Kameradschaftsbund Ederheim e.V." zu ändern. Damit ist gewährleistet, dass erstmals auch Frauen ... und Männer, die nicht in der Bundeswehr gedient haben, Mitglied werden können. Insgesamt wird damit das große Engagement der Theatergruppe gewürdigt. Um das Theater in diesem Umfang bieten zu können, ist die Hilfe und Unterstützung aller nötig.

 

2. Die Entstehung der Theatergruppe

Ein äußerst aktiver Teil unseres Vereins ist die Theatergruppe. Im Jahr 1979 suchte der damals neu gewählte Vorstand Karl Steinmeyer ein paar Wagemutige zum Theaterspiel. Der Grund: Die Vereinsfinanzen sollten aufgebessert werden. Mit viel Eigeninitiative wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Eine komplette Bühne mit Podium zum Einbau in den Saal der Thalmühle entstand. Nach den Einaktern "Die geschmalzene Wette" (1979) und

"Das Hörrohr" (1980) wagte man sich 1981 an das erste abendfüllende Stück. Mit Hauptlehrer Erich Deiß fand sich ein engagierter Spielleiter. Nach seinem Wegzug aus Ederheim übernahm Wolfgang Doesel 1986 die Leitung der Theatergruppe.

Ein Traum geht in Erfüllung

Mit dem Neubau der Mehrzweckhalle ging in Erfüllung, wovon wohl jede Theatergruppe träumt. Die großzügige Bühne mit moderner Bühnentechnik bietet enorme Möglichkeiten. Die Zuschauerplätze sind von gleich guter Qualität. Unsere eigene leistungsstarke Lautsprecheranlage sorgt für eine optimale Tonübertragung. Ein großer Vereinsraum, der in Eigenleistung ausgebaut wurde, steht für Probenarbeit und Geselligkeit zur Verfügung. Außerdem konnten wir einen Kellerraum für Kulissen und Requisiten einrichten.
 

Viel Drumherum um jede Theatersaison

Unsere Hauptspielzeit beginnt zwei bis drei Wochen nach Fasching. Nach dem letzten Faschingsball nehmen wir die Bühne für uns in Beschlag und das Bühnenbild nimmt langsam Gestalt an.

29 Theaterstücke haben wir bis heute auf die Bühne gebracht; 23 davon waren abendfüllende Drei- oder Vierakter. Zwischen 7 und 25 Akteure standen in unseren großen Stücken auf der Bühne. 6 Spieler konnten bisher für zehnmaliges Mitwirken ausgezeichnet werden.

Derzeit sind etwa 20 Spieler und Helfer rund um das Theater aktiv. Über 30 weitere Helfer wechseln sich bei der Bewirtung der Zuschauer an den verschiedenen Vorstellungen ab. Das "Unternehmen Theater" erfordert das Engagement vieler und Organisationstalent bei den Verantwortlichen.
 

Ländliche Komödien in Rieser Mundart

Auf unserem Spielplan stehen überwiegend ländliche Komödien, bei denen unsere heimische Mundart gepflegt werden soll. Was den Inhalt unserer Stücke angeht, so versuchen wir, ein bestimmtes Niveau zu halten: Lustig soll´s zugehen, manchmal auch mit ernstem Hintergrund, aber derb oder gar schmalzig darf´s nicht sein.

Seit 1991 sind wir Mitglied im Verband Bayerischer Amateurtheater e.V., der Informationen, Versicherungen und vor allem Fortbildungsmöglichkeiten bietet. Unsere Theateraufführungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele Theaterfreunde aus nah und fern dürfen wir jährlich willkommen heißen, darunter eine große Zahl an Stammkunden.

Mit dem Theaterstück "Der Geisterbräu" feierte die Theatergruppe das 25jährige Jubiläum im Jahr 2004.

 

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